Dicht ist relativ. Eigentlich geht es um die noch tolerierbaren Undichtigkeiten aus Gründen des sommerlichen und winterlichen Wärmeschutzes sowie zur Qualitätssicherung.

Bei 50 Pascal Druckdifferenz gelten für Gebäude bis 1.500 m³ Luftvolumen folgende normativen Grenzwerte bezogen auf das absichtlich beheizte Raumvolumen, sofern keine weiterführenden Anforderungen vertraglich vereinbart wurden:

  • 10 facher Luftwechsel für nicht sanierte Gebäude mit offensichtlichen Undichtigkeiten nach DIN V 18599
  • 6 facher Luftwechsel für teilsanierte Gebäude nach DIN V 18599
  • 4 facher Luftwechsel für Gebäude die nicht gemessen wurden nach DIN V 18599
  • 3 facher Luftwechsel für neue und effizient sanierte Gebäude mit Fensterlüftung nach DIN 4108-6
  • 2 facher Luftwechsel für neue Gebäude nach DIN V 18599 mit Fensterlüftung und Gebäude im Bestand mit Lüftungsanlage nach progres.NRW
  • 1,5 facher Luftwechsel für Gebäude nach DIN 4108-6 mit Lüftungsanlage
  • 1 facher Luftwechsel für Gebäude nach DIN V 18599 mit Lüftungsanlage
  • <<0,6 facher Luftwechsel für Passivhäuser
  • fast 0 facher Luftwechsel für Sonderräume wie Reinräume, Serverräume

(in Fettschrift die üblichen Grenzwerte)

Für Gebäude über 1.500 m³ Luftvolumen gelten folgende normative Grenzwerte. Hier wird sich auf die Gebäudehüllfläche bezogen, sofern keine weiterführenden Anforderungen vertraglich vereinbart wurden:

  • 15 facher Luftwechsel für nicht sanierte Gebäude mit offensichtlichen Undichtigkeiten nach DIN V 18599
  • 9 facher Luftwechsel für teilsanierte Gebäude nach DIN V 18599
  • 6 facher Luftwechsel für Gebäude die nicht gemessen wurden nach DIN V 18599
  • 4,5 facher Luftwechsel für neue und effizient sanierte Gebäude mit Fensterlüftung nach DIN 4108-6
  • 3 facher Luftwechsel für neue Gebäude nach DIN V 18599 mit Fensterlüftung
  • 2,5 facher Luftwechsel für Gebäude nach DIN 4108-6 mit Lüftungsanlage
  • 2 facher Luftwechsel für Gebäude nach DIN V 18599 mit Lüftungsanlage
  • fast 0 facher Luftwechsel für Sonderräume Kühlhäuser, größere Rein- und Serverräume

Die Dichtigkeitsanforderungen ergeben sich aus dem Bauzustand (Neubau/Bestand), der zugrundeliegenden Bilanzierungsnorm (DIN 4108/DIN V 18599), dem Lüftungsverfahren (Fenster/Anlagenlüftung) und ggf. vertraglicher Sondervereinbarungen, etwa im Rahmen von Förderprogrammen oder besonderen Effizienzanforderungen (Niedrigenergie-, Passivhaus).

Geklärt und festgelegt wird das Thema Luftdichtigkeit im Vorgespräch mit dem Aussteller der Energiebilanz. Dieser legt mit der Bauherrschaft den Dämmstatus der Gebäudehülle, den regenerativen Anteil der Heiztechnik sowie das Lüftungsverfahren fest, woraus sich ein erforderlicher Grenzwert für die zulässige Luftwechselrate ergibt.

Tipp: Die DIN 4108-6 und damit die darin definierten Anforderungen entfallen demnächst mit der Novellierung der EnEV zum GEG. Dann sind nur noch die Anforderungen der DIN V 18599 zulässig, was für einfache Bauweisen eine Verschärfung darstellt. Eine weitere Verschärfung ergibt sich in dem Zuge auch durch Inkrafttreten der Prüfnorm DIN EN ISO 9972 anstelle der abgängigen DIN 13829, wodurch die Anforderungen an die Prüfgenauigkeit steigen. Es ist daher ratsam bereits jetzt entsprechende Qualitätsanforderungen einzuführen, zumal das Groh der Neubauten seit Längerem Messwerte um 1,0 h-1 und kleiner aufweisen.