sommerlicher Wärmeschutz

Sommer, Sonne, Sonnenschein…

Das sogenannte „schöne Wetter“ hat eine dunkle Kehrseite: die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit lässt mit steigenden Temperaturen deutlich nach. Nicht von Ungefähr liegen produktivere Gesellschaften in kühleren Regionen der Welt. In den vergangenen 40 Jahren steigen aber auch in diesen Nationen die Temperaturen. Der klassische Winter von Ende November bis Mitte März mit durchgängigen Minustemperaturen und Schneefall gehören längst der Vergangenheit an. Alle Jahreszeiten sind deutlich wärmer geworden. Wo kühle Luft zur Nebel- und Regenbildung fehlt, wird es trockener. Länge Trockenperioden mit hohen Temperaturen und (noch) erhöhten Feuchtelasten sind längst Realität geworden.

Die meisten Gebäude wurden auf „Winterbetrieb“ der Heiztechnik ausgelegt und passen daher nun nicht mehr zu den Gegebenheiten. Der sommerlicher Wärmeschutz muss daher bei Neubau und Sanierung mit berücksichtigt werden, damit Bewohner ein

Bis in die 1980er Jahre stand der winterliche Wärmeschutz beim Bau und Sanierung von Gebäuden im Vordergrund. Wenn ein Sommer mal heiß war, war das eben so. Fenster auf, Rollladen vorziehen, Baukörper aufheizen lassen.

Das ist auch heute noch überwiegend so. Das Thema „sommerlicher Wärmeschutz“ Seit den 1990er Jahren Hitze reduziert den Stoffwechsel und beeinflusst die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit deutlich. Im Volksmund heißt es daher nicht umsonst: „da muss man einen kühlen Kopf bewahren“.

Hohe Raumtemperaturen sind in der Sauna perfekt um den Körper im Wechselspiel zwischen heiß und kalt in Wallung zu bringen, zum Arbeiten, Wohlfühlen und Schlafen sind sie jedoch auf Dauer ungeeignet,

Zu hohe Raumtemperaturen schaden somit nicht nur der Geldbörse sondern auch der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Ein ähnlicher Effekt setzt bei sehr niedrigen Temperaturen (kleiner -10 °C) ein. Das Denken fällt dann zunehmend schwerer obwohl man hellwach ist.

Leistungsabfall im Bezug zur Empfindungstemperatur

Was hat Leistungsfähigkeit mit Energieberatung und energetischer Gebäudeplanung zu tun?

Eingentlich alles, denn der Energieverbrauch eines Gebäudes richtet sich nach den klimatischen Randbedingungen und der Art und Weise der Nutzung. Schon bei der Gebäudeplanung müssen klimatische- und nutzungsbedingte Randbedinungen entweder pauschal anhand von Normen oder individuell für den realen Betrieb vereinbart und mit berücksichtigt werden um zum passenden Gebäudekonzept zu gelangen.

Wie kann man sich gegen zu hohe Temperaturen schützen?

sommerlicher Wärmeschutz

Sommerlicher Wärmeschutz ist bei energieeffizienten Gebäuden besonders wichtig, da der Wärmeaustrag in der Nacht durch die energieeffiziente Gebäudehülle deutlich geringer ausfallen kann, als der solare Wärmeeintrag über Fensterflächen und opake Bauteile am Tag.

Zur Risikobewertung einer möglichen Raumüberhitzung werden bei aktuellen EnEV-Gebäuden die besonders betroffenen Räume pauschal anhand der Himmelsrichtung, Raum- und Fenstergröße sowie der Abschattungsmöglichkeiten bewertet. In hochenergieeffizienten Gebäuden geht man noch einen Schritt weiter und simuliert Sonnenständen und realen Klimadaten im Stundenraster für jeden einzelnen Raum. Hierdurch erfolgt eine Nachweisführung auf Machbarkeit des energetischen Konzepts und eine Sicherstellung der Behaglichkeit zu allen Jahreszeiten durch entsprechende Abschattungs- und Kühlmaßnahmen.

Heizperiode

Im Heizbetrieb beabsichtigt man die Differenz zwischen mittlerer Außentemperatur und gewünschter Empfindungstemperatur über einen zusätzlichen Energieträgereinsatz auszugleichen. Je höher die gewünschte Empfindungstemperatur angesetzt wird, desto mehr Energie geht über die Gebäudehülle, Lüftungsverluste und Anlagenverluste verloren. Als Nebeneffekte treten bei zu hoch gewählten Lufttemperaturen deutliche Fallwinde durch Auskühlung der Raumluft an den Außenwänden und damit einhergehend teils deutlich spürbare Zuglufterscheinungen auf. Neben einem unbehaglichen Raumklima kommt es zudem auch zum oben beschriebenen Leistungsabfall und erhöhten Wärmebezugskosten.

Welche Raumtemperaturen werden heute eigentlich zugrunde gelegt?

Empfohlene operative Raumtemperaturen für Wohnräume nach DIN 4107-2 (veraltet) und EN 12831:2003 bzw. ISO EN 7730:

Wohnhäuser DIN 4107-2:1995 (Alt) EN 12831:2003 bzw. ISO EN 7730
Wohn- und Schlafräume* 20 °C 20 °C
Küchen, Aborte 20 °C 20 °C
Badezimmer 22 °C 24 °C
Nebenräume (Vorräume, Flure) 15 °C 15 °C
Treppenräume 10 °C 15 °C

* für Schlafräume werden nächtliche Temperaturen nicht über 17-18°C empfohlen.

Für Bäder und Treppenhäuser wurden die Raumtemperaturen in den aktuellen Normen unter Berücksichtigung verbesserter Dämmeigenschaften von Außenbauteilen angehoben. Unabhängig von heutigen Behaglichkeitsanforderungen sind für eine schadensfreie Gebäudenutzung die zum Errichtungszeitpunkt gültigen Normen heran zuziehen.

zulässige Abweichungen

Die Temperaturangaben heutiger Normen beinhalten neben der angegebenen empfohlenen Raumtemperatur auch eine Bandbreite zulässiger Abweichungen unter Angabe einer Unzufriedenheitsrate. Diese Abweichungen können individuell oder anhand von Raumluftqualitätsklassen vereinbart werden. Nachtabsenkung ist nach EN 12831 ebenfalls zulässig. Zudem darf die operative Temperatur je nach vereinbarter Qualitätsklasse in einer bestimmten Bandbreite schwanken ohne das ein Mangel vorliegt:

  • zulässige Bandbreite 21,0 bis 23,0 °C in Klasse A bei bis zu 6% Unzufriedenheitsrate
  • zulässige Bandbreite 20,0 bis 24,0 °C in Klasse B bei bis zu 10% Unzufriedenheitsrate
  • zulässige Bandbreite 19,0 bis 25,0 °C in Klasse C bei bis zu 15% Unzufriedenheitsrate

Fazit:

In der Heizperiode lassen sich Raumtemperaturen durch massives Zuheizen leichter beeinflussen als durch meist nicht vorhandene Kühlverfahren in der zunehmend längeren sommerlichen Jahreszeit. Eine funktionale Dämmung erhält die Bewohnbarkeit von Räumen auch unter den sich nun rasch wandelnden klimatischen Veränderungen, sofern der sommerliche Wärmeschutz mit berücksichtigt wird.
Bei der Neubauplanung und der energetischen Sanierung erhält auch der sommerlichen Wärmeschutz, etwas durch Abschattungs- oder nächtliche Lüftungsmöglichkeiten, einen höherer Stellenwert um Objekte zu allen Zeiten behaglich zu halten.

Lüftungstipps für den Sommer:

Luft ist bei höheren Temperaturen in der Lage, überproportional mehr Feuchte zu tragen. Aus diesem Grunde sind Luftungsvorgänge direkt nach feuchteintensiven Tätigkeiten immer ratsam. Bei Querlüftungsvorgängen sollte die Feuchte auf dem kürzesten Weg ausgetrage werden (Windrichtung beachten).

Für kühle Kellerräume ist es empfehlenswert, Kellerfenster und Innentüren bei kurzfristigen Warmphasen solange geschlossen zu halten, bis die Außentemperatur wieder unterhalb der Kellertemperatur liegt. Bei längeren Hitzephasen bleibt auch im Neubau oft nur eine aktive Trocknung (z.B. Warmwasserwärmepumpe) oder eine leichte Beheizung (z.B. durch solare Abwärme) bis mindestens auf die niedrigste Temperatur in der Nacht und ein aktives Ablüften per Ventilator in dieser Zeit. Auf Feuchteeinträge in nicht beheizte Räume (z.B. durch Wäschewaschen und -trocknen) sollte während Hitzeperioden grundsätzlich verzichtet werden.

Das können wir für Sie tun:

  • Solarthermische Berechnung einzelner Räume
  • solarthermische Simulation ganzer Gebäude
  • Heiz- und Kühllastberechnung von Gebäuden
  • Lüftungskonzepte

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