Blower-Door

Luftwechselratenprüfung mit Blower-Door

Sie müssen die Luftwechselrate für Fördergeber und Bauamt nachweisen, die Ausführungsqualität im Bauverlauf Ihres Gebäudes prüfen lassen oder benötigen eine Bestätigung zur Sicherstellung der installierten Heizleistung und des Wärmerückgewinnungsgrads von Lüftungsanlagen Grenzwerteinhaltung der Luftwechserate gegenüber dem Bauamt oder Fördergebern wie der KfW, progres.NRW, etc.?

Als zertifizierter Prüfer der Luftdichtheit und Energieeffizienz-Experte für die Förderprogramme des Bundes prüfen wir neutral und unabhängig die Luftwechselrate von Wohn- und Gewerbegebäuden im Blower-Door Verfahren.

"Wenn es an jeder Ecke pfeift, atmet ein Haus nicht, es zieht!"

EFFIZIENZR kommen Lüftungsverlusten auf die Schliche und helfen Bauschäden zu vermeiden! Wir beraten und prüfen neutral und unabhängig seit 2004 und haben langjährige Erfahrungen mit Luftwechselratenmessungen aller Art. Wir schauen über den Tellerrand hinaus und bieten Konzepte, Förderanträge, Überwachung und Prüfung auf förderrichtlinienkonforme Umsetzung aus einer Hand! Mit unseren Dienstleistungen bleibt Bauen und Sanieren hochwertig und nachhaltig.

Senden Sie uns einfach ein paar Eckdaten zu Ihrem Objekt zur Erstellung eines kostengünstiges, unverbindlichen Angebots.

Was ist Blower-Door?

Mit dem ins Deutsche übernommenen Begriff „Blower-Door“ (englisch „Blase-Tür“) wird die Ermittlung verbliebener Luftundichtigkeiten in einer Gebäudehülle im Differenzdruckverfahren bezeichnet.

Das Differenzdruckverfahren gehört zu den zerstörungsfreien Prüfverfahren und beschreibt einen Prüfaufbau, bei dem

Messaufbau Blower-Door Einzelgerät
Matthias Leber, Paderborn

mittels eines Ventilators eine Druckdifferenz zur Simualtion von Wind- und Thermikeinflüssen zwischen einer energetisch konditionierten Raumseite und der natürlichen Außenwitterung aufgebaut wird. Der dabei einsetzende Luftmassetransport durch Ritzen und Fugen in der Gebäudehülle wird über Messblenden am Ventilator erfasst und entspricht der Summe aller Teilvolumenströme an den Leckagen im Prüfobjekt.

Die Einhaltung des gesetzlichen oder förderrechtlichen Grenzwertes, ergeben sich aus dem Faktor der Bezugsgröße des zu prüfenden Objekts im Verhältnis zum messtechnisch ermittelten Volumenstrom der Ritzen und Fugen. Die Genauigkeit des Verfahrens hängt im Wesentlichen von der Präzision der verwendeten Bezugsgröße, Witterungsbedingungen (Wind, Thermik) und  der Genauigkeit der verwendeten Messtechnik und Messdatenerfassung ab.

Die Planung, Vorbereitung, Messaufbau, Durchführung und Dokumentation des Prüfverfahrens werden in der abgängigen nationalen Norm DIN 13829 bzw. mit der internationalen Norm DIN EN ISO 9972 beschrieben.

Das Differenzdruckverfahren hat sich gegenüber anderen Prüfverfahren zur hinreichenden Bestimmung der Luftwechselrate von Gebäuden durchgesetzt. Gegenüber anderen Prüfverfahren ist eine Differenzdruckmessung kostengünstiger und ermöglicht eine Verortung nachströmender Luft an Fehlstellen der Gebäudehülle im Rahmen einer detaillierten Leckageortung zur Qualitätssicherung.

Wie funktioniert eine Blower-Doorprüfung?

Im Rahmen einer Blower-Doorprüfung (engl. Blasetür) erzeugt ein Ventilator mit kalibrierten Messblenden in einem zusammhängenden Luftverbund eines Gebäudes oder eines Gebäudebereichs gegenüber der Außenluft einen leichten Unter- oder Überdruck. Die Luftmenge die der Ventilator dabei zum Druckerhalt fördern muss, entspricht der über Ritzen und Fugen nachströmenden Luftmenge in Summe.
Das Verhältnis des vom Ventilator geförderten Volumens zum Gebäudevolumen darf bei einer spezifischen Druckdifferenz den in der Energiebilanz zugrundegelegten Grenzwert nicht überschreiten.
Sprich: Undichtigkeiten sind zulässig, aber nicht zu viele und nicht an Stellen an denen die Baukonstruktion durch Feuchteeinflüsse gefährdet werden kann.

Blower-Door ist Physik zum Anfassen! Zur Leckageortung wird üblicherweise eine Druckdifferenz zwischen „der Außenwelt“ und dem Innenraum von 50 Pascal aufrecht erhalten. Dies entspricht in etwa einem Gewichtsdruck von knapp 5 kg pro Quadratmeter, bzw. einer Windlast bei von 4-5 Beaufort bzw. 20 – 38 km/h Windgeschwindigkeit. Bei dieser Druckdifferenz wird das Gebäude begangen und alle Fugen auf Undichtigkeiten abgeprüft, welche einen wesentlichen Anteil auf das Prüfergebnis haben. Ergänzend kann in diesem Rahmen eine feinteilige Leckageortung zur Qualitätssicherung stattfinden. Die Leckageortung erfolgt abhängig von der Prüfaufgabe meist sensorisch (von Hand, akustisch oder visuell) und kann im Falle einer geforderten bildlichen Nachweisführung mit zusätzlicher Messtechnik oder Kunstnebel visualisiert und dokumentiert werden.

Im Anschluss der Leckortung erfolgt die eigentliche normgerechte Datenerfassung (sofern das Objekt eine solche Druckbeaufschlagung zulässt). Hierbei werden mehrere Druckstufen zwischen 10 bis 100 Pascal angefahren und der jeweilige Leckagestrom ermittelt. Die Gebäudehülle muss diesem Prüfdruck problemlos standhalten, zumal der natürliche einwirkende Windlasten bei Sturm um ein Vielfaches höher liegt. Aus den gewonnenen Messdaten ergibt sich eine Messkurve anhand der auch noch im Nachgang die Gebäude(un)dichtigkeit bei den jeweiligen windbedingten Druckverhältnissen entnommen werden kann.

Da mit dem Prüfaufbau ein „Windeinfluss“ auf das Prüfgebäude simuliert wird, beeinflussen natürliche Windbewegungen und thermischer Auftrieb das Prüfergebnis nachteilig. Abhängig von der Genauigkeit der Bezugsgrößen (Gebäudevolumen, Temperaturen, Luftdruck, Wind, Thermik) und der verwendeten Messtechnik kann die Messungenauigkeit zwischen 7 % bis über 40% betragen. Messungen bei starkem Wind (über 4 Bft.), bei erhöhtem thermischen Auftrieb (bei großem Temperaturunterschied, etwa im Anheizbetrieb, hohen Gebäuden) und wechselhaftem Wetter werden dann mitunter zu ungenau. Eine normgerechte Prüfung an stürmischen Tagen oder im Aufheizbetrieb sind daher meist nicht mit der erforderlichen Genauigkeit durchführbar. Eine Leckageortung zur Gewerkeabnahme/Qualitätsicherung kann jedoch auch bei ungünstigen Randbedingugnen erfolgen. Die eigentliche Zertifikatprüfung ist dann zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Lohnt sich das alles überhaupt?

Kommt darauf an, was als „lohnend“ beziffert wird. Für ein EFH mit 160 m² Nutzfläche sieht das Thema Lüftungsverluste, gebäudetypische Luftwechselraten und Einsparpotentiale über Ritzen und Fugen in der Heizperiode in etwa so aus:

Energieverluste und Grenzwerte

Die Energiekosten beziehen sich auf rund 8,5 ct pro kWh/a. Kosten für sommerliches Kühlen sind in der aufgeführten Berechnung noch nicht berücksichtigt.

Als Referenz zur Bewertung der Zahlen: Für einen nicht gemessener Neubau wird pauschal nach EnEV eine Luftwechselrate von 4,0 h-1 zugrunde gelegt, unabhängig davon, ob tatsächlich ein besserer Wert erreicht würde oder nicht. Solange nicht bekannt ist, wo der tatsächliche Luftwechsel eines Gebäudes liegt, wird nach Norm immer der schlechteste Fall (also h50 = 4,0 h-1) angenommen.
Wird der Luftwechsel nicht beachtet, entstehen somit unnötige Kompensationsanforderungen an die Gebäudehülle und Anlagentechnik zur Einhaltung des höchstzulässigen Primärenergiebedarfs. Dies kann nach Gebäudetypus leicht mehreren tausend Euro für weniger Dämmung, andere Mauersteine, geringere Sparrenstärken, andere Heiztechnik oder gar verlorene Zuschüsse für ein vielleicht doch besseren energetischen Stand ausmachen.

Nicht höhere Dämmanforderungen, sondern vielmehr Unwissenheit zum Thema Energiebilanzierung macht Bauen teuer als es muss.

Warum ist die Luftdichtigkeit eines Gebäudes wichtig?

Luft dient in Gebäuden als Transportmedium für Wärme, Feuchte und Schadstoffe. Ein regelmäßiger nutzungsabhängiger Luftaustausch ist zur Sicherstellung der Schadstoff- und Feuchteabfuhr über absichtliche Öffnungen in der Gebäudehülle erforderlich (z.B. Fenster oder Außenluftdurchlässe mit definierter Größe), anderseits müssen die Energieverluste über Ritzen- und Fugen in der Gebäudehülle und dem gewählten Lüftungsverfahren zum Bautenschutz und aus Umweltschutzgründen begrenzt werden. Mit einer Blower-Doormessung kann der Erfolg von entsprechend sorgfältig ausgeführten Abdichtarbeiten gegenüber Gesetz- und Fördergebern nachgewiesen werden. Eine möglichst leckagearme Gebäudehülle ist zudem ein Indiz für eine sorgfältige Bauausführung zur Vermeidung von Bauschäden.

Eine Prüfung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden ist aus folgenden Gründen sinnhaft:

  • Nachweisführung der gesetzlich geforderten Begrenzung der Lüftungsverluste zur Vermeidung überhöhter Wärmeverluste im Winter und zur Sicherstellung des sommerlichen Wärmeschutzes.
  • Übernahme des Messwerts in die Heizlastberechnung und in das Lüftungskonzept zur Sicherstellung des baulich geschuldenten nutzerunabhängigen Mindestluftwechsels.
  • Verringerung von Leckagen, welche zur deutlichen Verminderung des Wärmerückgewinnungsgrades von Lüftungsanlagen mit Wärmetauscher beitragen.
  • Qualitätssicherung der baulichen Ausführung, insbesondere der Gewerkeschnittstellen und der baulichen Koordination
  • Nachweisführung im Rahmen von gesetzlichen und fördermittelrechtlichen Anforderungen einer wirksamen Maßnahmenumsetzung.
  • Optimierung der Energiebilanz und verringerung der Dämmkosten insbesonde bei hocheffizienter Bauweise.
  • Darlegung/Visualisierung von bestehenden Problemen wie etwa Feuchte im Baukörper oder feuchtekritische Luftpfade durch die Konstruktion.

Bis auf das die Prüfung etwas Geld kostet, gibt es mehr gute als nachteilige Gründe für eine Überprüfung der Luftwechselrate.

Was bringt ein Blower-Doortest?

  • Energieersparnis: Einhaltung des energetischen Konzepts, Gebäude und Anlagentechnik harmonieren wie geplant
  • Qualitätskontrolle: Gewerkeschnittstellen und Bauleitung harmonieren miteinander, Bauschäden können vermieden werden
  • Behaglichkeit: „Wenn es an jeder Ecke pfeift, atmet ein Haus nicht, es zieht!“ Zuglufterscheinungen und Feuchteprobleme wurden in der Nachkriegszeit bei niedrigen Energiepreisen toleriert und sind längst nicht mehr zeitgemäß. Behaglicheit und niedrige Energiekosten sind heute zu allen Jahreszeiten Standard.
  • Rechtssicherheit: Nachweisführung rechtlicher und förderrechtlicher Anforderungen
  • Finanzierungssicherheit: Sicherstellung des Kostenplans und der Förderzuschüsse durch belastbare Dokumentationen

Wie "Dicht" ist Pflicht und wer legt das fest?

Dicht ist in diesem Zusammenhang relativ. Eigentlich müsste es heißen: „Wieviel Undichtigkeiten über Ritzen und Löcher hätten Sie gerne noch in der Gebäudehülle?“

Bei 50 Pascal Druckdifferenz gelten für Gebäude bis 1.500 m³ Luftvolumen folgende normativen Grenzwerte bezogen auf das absichtlich beheizte Raumvolumen:

  • 10 facher Luftwechsel für nicht sanierte Gebäude mit offensichtlichen Undichtigkeiten nach DIN V 18599
  • 6 facher Luftwechsel für teilsanierte Gebäude nach DIN V 18599
  • 4 facher Luftwechsel für Gebäude die nicht gemessen wurden nach DIN V 18599
  • 3 facher Luftwechsel für neue und effizient sanierte Gebäude mit Fensterlüftung nach DIN 4108-6
  • 2 facher Luftwechsel für neue Gebäude nach DIN V 18599 mit Fensterlüftung und Gebäude im Bestand mit Lüftungsanlage nach progres.NRW
  • 1,5 facher Luftwechsel für Gebäude nach DIN 4108-6 mit Lüftungsanlage
  • 1 facher Luftwechsel für Gebäude nach DIN V 18599 mit Lüftungsanlage
  • <<0,6 facher Luftwechsel für Passivhäuser
  • fast 0 facher Luftwechsel für Sonderräume wie Reinräume, Serverräume

(in Fettschrift die üblichen Grenzwerte)

Für Gebäude über 1.500 m³ Luftvolumen gelten folgende normative Grenzwerte. Hier wird sich auf die Gebäudehüllfläche bezogen:

  • 15 facher Luftwechsel für nicht sanierte Gebäude mit offensichtlichen Undichtigkeiten nach DIN V 18599
  • 9 facher Luftwechsel für teilsanierte Gebäude nach DIN V 18599
  • 6 facher Luftwechsel für Gebäude die nicht gemessen wurden nach DIN V 18599
  • 4,5 facher Luftwechsel für neue und effizient sanierte Gebäude mit Fensterlüftung nach DIN 4108-6
  • 3 facher Luftwechsel für neue Gebäude nach DIN V 18599 mit Fensterlüftung
  • 2,5 facher Luftwechsel für Gebäude nach DIN 4108-6 mit Lüftungsanlage
  • 2 facher Luftwechsel für Gebäude nach DIN V 18599 mit Lüftungsanlage
  • fast 0 facher Luftwechsel für Sonderräume Kühlhäuser, größere Rein- und Serverräume

Die Dichtigkeitsanforderungen ergeben sich aus dem Bauzustand (Neubau/Bestand), der zugrundeliegenden Bilanzierungsnorm (DIN 4108/DIN V 18599), dem Lüftungsverfahren (Fenster/Anlagenlüftung) und ggf. vertraglicher Sondervereinbarungen, etwa im Rahmen von Förderprogrammen oder besonderen Effizienzanforderungen (Niedrigenergie-, Passivhaus).

Geklärt und festgelegt wird das Thema Luftdichtigkeit im Vorgespräch mit dem Aussteller der Energiebilanz. Dieser legt mit der Bauherrschaft den Dämmstatus der Gebäudehülle, den regenerativen Anteil der Heiztechnik sowie das Lüftungsverfahren fest, woraus sich ein erforderlicher Grenzwert für die zulässige Luftwechselrate ergibt.

Tipp: Die Anforderungen der DIN 4108-6 entfallen demnächst mit der Novellierung der EnEV zum GEG. Dann sind nur noch die Anforderungen der DIN V 18599 zulässig, was für einfache Bauweisen eine Verschärfung darstellt. Es ist daher ratsam bereits jetzt entsprechende Qualitätsanforderungen einzuführen, zumal das Groh der Neubauten seit längerem Messwerte im Mittel um 1,0 h-1 aufweisen.

Wo findet ein Blower-Door Test statt?

Mit einer Blower-Door Messung wird die Luftdichtebene eines Gebäudes auf Unterschreitung der höchstzulässigen Lüftungsverluste über Ritzen und Fugen abgeprüft. Wo es geht, wird ein möglichst großer zusammenhängender Luftverbund zur Bewertung der Gebäudehülle heran gezogen. Nur bei getrennten Luftvolumen, z.B. wenn über die Wohnungen über Laubengänge erschlossen sind, erfolgt eine Messung mitunter auch Wohnung für Wohnung oder bei besonders hohen energetischen Anforderungen in allen Wohnungen gleichzeitig um gebäudeinterne Leckagen nicht mit zu prüfen.

Geprüft wird also entweder ein komplettes Gebäude über den Hauseingang, Nebeneingang oder bei Schrittweiser Prüfung über die Wohnungstüren, gelegentlichen auch in Fenstern.

Müssen Sie unbedingt dazu raus kommen?

Nunja, tatsächlich erhalten wir hin und wieder ernst gemeinte Anfragen ob wir denn zu einer Prüfung „unbedingt rauskommen“ müssen und „warum wir Fahrtkosten und Steuern berechnen“.
Wie soll ich sagen? Wir tun’s einfach, weil es nur so richtig ist! Denn leider sind Immbilien immobil und kommen nicht vorbei und andererseits ist ein Pferd zu langsam und ein Fahrzeug, Messtechnik, Fachkentnisse, Versicherungen und Abgaben kosten Geld und Drittens handelt es sich nach EnEV um eine Ordungswidrigkeit mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld (im Bestand bis zu 15.000 Euro) und in Förderprogrammen steht man schnell wegen Subventionsbetrugs vor Gericht.
… so leid es und tut: Als neutrales und unabhängiges Sachverständigenbüro haben wir bislang keine legale Möglichkeit gefunden, die es uns erlauben würde Prüfungen von Gebäuden „vom Schreibtisch“ aus zu machen, ohne unsere Zulassungen zu verlieren. Zu Ihrem eigenen Schutz prüfen wir deshalb immer live am Bauvorhaben und belegen die Durchführung speziell für geförderte Objekte zur Vermeidung eines Finanzierungsrückrufs mit geo- und zeitkodierten Gebäudefotos sowie mit einem nachvollziehbaren Fahrtroutentracking unserer Fahrzeuge.

Wie läuft eine Blower-Doorprüfung ab?

Üblicherweise gliedert sich der Ablauf in etwa wie folgt:

  1. Vorbereitung
    1. Vorbegehung bei großen Gebäuden zur Definition der Prüfaufgabe (bei Wohngebäuden optional)
    2. Festlegung der Prüfaufgabe wie etwa:
      • Gewerkeabnahme zur Leckortung und -beseitigung
        (Gebäudehülle unfertig, Herstellung der Messfähigkeit durch provisorische Abdichtungen; ohne Zertifikat)
      • Zertifikatprüfung (normkonforme Messung)
        (Luftdichtebene komplett fertig aber zugängig, Messfähigkeit baulich gegeben, Anlagentechnik kann noch fehlen; Dokumentation mit Zertifikat)
      • Auslegungsprüfung (normkonforme Messung)
        (Gebäude im Nutzungszustand, Prüfwerte für Lüftungskonzept, Anlageneinstellung, zur Klärung von Rechtsfragen geeignet; mit Prüfbericht)
      • Sonderprüfaufbau (in Abstimmung)
    3. Ermittlung der Bezugsgrößen
      • Übermittlung und Plausibilisierung gebäuderelevanter Unterlagen für ein  möglichst präzises Volumen/Hüllflächenaufmaß nach der zugrundeliegenden Messnorm auf Basis maßstäblicher Grundrisse und Schnitte. Für eine Angebots- und Vertragserstellung sind vorab die EnEV-Berechnungen ausreichend.
      • Abfrage der zulässigen Luftwechselrate und des Lüftungsverfahrens anhand der EnEV-Berechnungen.
    4. Abschätzung des Zeitaufwands und Terminierung der Prüfdurchführung unter Berücksichtigung der Witterungsbedingungen
  2. Durchführung
    1. Abprüfung der baulichen Gegebenheiten und der bauseitigen Gebäudepräparation unmittelbar vor Beginn zur Feststellung der Prüffähigkeit
    2. Aufnahme und Dokumentation der Witterungsrandbedingungen
    3. Aufbau Messtechnik
    4. Gebäudepräparation und Dokumentation der nach Fertigstellung verbleibenden absichtlichen Öffnungen
    5. Je nach Messaufgabe:
      • Normative Leckageortung: Erfassung und schriftlicher Dokumentation wesentlicher, auf das Messergebnis einflussnehmender Leckagen mit Kurzdokumentation
      • Erweiterte Leckageortung: zur Gewerkeprüfung mit schriftlicher Dokumentation
      • Detaillierte Leckageortung: zur Beweissicherung mit bildlicher und schriftlicher Dokumentation
      • Visualisierung von Leckagen z.B. mit Thermoanemometer, Thermografie, Videotechnik oder Kunstnebel zur bildlichen und schriftlichen Dokumentation
    6. Aufnahme einer Über- und Unterdruckmessreihe (sofern baulich möglich)
  3. Nachbereitung

    1. Dokumentation+Abrechnung
    2. Dokumentationsversand online

Wann ist der beste Prüfzeitpunkt?

Eine Prüfung der Luftdichtebene ist dann möglich, wenn diese für eine Druckbeaufschlagung fertigstellt und gegen Druckaufschlag (zumindest provisorisch) gesichert ist.

Folgende Eskalationsstufen bauen aufeinander auf und können zur Definition der Prüfaufgabe genutzt werden:

Vorbegehung

Im Rahmen einer Vorbegehung wird der aktuelle und zur Prüfung nach Norm erforderliche Bauzustand abgeglichen, besprochen und kurz dokumentiert. Im Rahmen größerer Bauvorhaben ist dies zur Koordination bereits zur Angebotserstellung besonders sinnvoll und in der Regel Bestandteil der Kostenkalkulation. Für kleinere Objekte steht der zur Vorbegehung erforderliche Zeitaufwand in keinem Verhältnis zu den eigentlichen Prüfkosten. Hier bietet sich bei Fragen eine virtuelle Fotobegehung an.

 

sensorische Vorprüfung

KnowHow meet’s Bau: Ein Gewerk wäre zur Prüfung unter Druckaufschlag fertig oder zum euphorisch angesetzten Prüftermin fehlt das halbe Gebäude?
Wenn sich aus baulichen Gründen keine sinnvolle Druckdifferenz aufbauen lässt, der Bauablauf aber nicht behindert werden darf, kann eine visuelle Vorprüfung Sinn machen. In dem Rahmen werden typische Fehlstellen und Abweichungen von normativen Empfehlungen visuell ohne Druckaufschlag bewertet, vor Ort markiert und dokumentiert. Dies kann mit entsprechender Erfahrung des Prüfers und etwas Zeitaufwand bereits sehr feinteilig erfolgen und hilft elementare Fehler zu vermeiden und verbessert die Ausführungsqualität bei entsprechender Nacharbeit oft deutlich.
Eine Verortung der erkennbaren Fehlstellen in Plänen und eine schriftliche oder bildliche Beschreibung Hinsichtlich Ausprägung sowie normative Ausführungsbeispiele (Luftdichtigkeitskonzept) können die sensorische Vorprüfung vervollständigen.

 

Gewerkeprüfung – Qualitätssicherung VOR Fertigstellung der Luftdichtebene

DIN EN ISO 9972 Verfahren 3

Gewerkeprüfungen werden durch unabhängige Dritte zur Beweisführung oder zum Selbsttest durchgeführt. Dieser Prüfaufbau dient im Bauverlauf unter Druckbeaufschlagung zur Leckortung im Rahmen der Qualitätssicherung eines oder mehrerer Gewerke und wird meist zur Einhaltung des Bauzeitenplans vorab durchgeführt.
Noch nicht vorhandene Bauteile oder Gebäudebereiche dürfen (bzw. müssen) in diesem Rahmen provisorisch abgedichtet und gegen Druckaufschlag von bis zu 70 Pascal gesichert werden. Da sich im weiteren Bauverlauf noch Einiges ändert, ist eine Schlussprüfung zu einem späteren Termin ist erforderlich.

Nach DIN EN ISO 9972 Variante 3 können hier individuelle Prüfaufgaben mit Bezug auf diese Prüfnorm definiert werden, was speziell in Sonderbauten und zur Leckageortung Anwendung findet. In der abgängigen DIN 13829 gibt es hierzu keine Vorgehensweise.

Zertifikatprüfung – ZUR Fertigstellung der Luftdichtebene

DIN 13829 Variante B / DIN EN ISO 9972 Variante 2

Der ideale Zeitpunkt auch nach EnEV, DIBt und KfW: Die Luftdichtebene ist komplett fertig gestellt, gegen Druckaufschlag bis 100 Pascal endfertig gesichert, aber noch zur Ortung primärer Leckagen zugängig (Gipskarton und Innendämmung fehlt). Absichtliche Öffnungen für Lüftungsgeräte, Abflüsse, Entrauchungen sind (soweit nicht bauseitig sowieso Pflicht) zur Prüfung provisorisch zu verschließen oder werden bereits durch abzuschaltende/abzudichtende Endgerät verschlossen.

EnEV §6 Anlage 4, DIBt Staffel 11 ff. und KfW FAQ 8.02 fordern eine Prüfung zu diesem Zeitpunkt.

Die Zertifikatprüfung vereint die Gewerkeprüfung und Auslegungsprüfung und stellt baulich wie kostenmäßig die beste Option dar. Fehlt allerdings ein Außenbauteil (Innentüren sind unerheblich), ist es keine Prüfung nach Norm mehr. Streng genommen wäre dann eine Nachprüfung erforderlich.

 

Auslegungsprüfung – NACH Fertigstellung der Luftdichtebene

DIN 13829 Variante A / DIN EN ISO 9972 Variante 1

Das Gebäude ist komplett fertig gestellt und vielleicht schon bezogen, was jetzt gemessen werden kann ist Fakt und kann für eine Nachmessung, Messung im Bestand zur Vorbereitung einer Energieberatung, zur Einregelung von Lüftungsanlagen und im Lüftungskonzept zur Berechnung des bauseitig geschuldeten Mindestluftwechsels herangezogen werden.
Primäre Fehlstellen lassen sich in dieser Ausbaustufe nicht mehr an allen Bauteilen bewerten. Qualitätssicherung ist hier nur noch in vereinfachter Form an sekundären Fehlstellen und über das Messergebnis selbst möglich. Absichtliche Öffnungen für Lüftungsgeräte, Abflüsse, Entrauchungen sind im Rahmen dieser Prüfaufgabe provisorisch zu verschließen.

Was ist Bauseitig vorzubereiten?

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Für ein aussagekräftiges Prüfergebnis, ist der Baufortschritt und der Messtermin mit den Gewerken abzustimmen, bzw. das Gebäude entsprechend bauseitig so vorzubereiten, dass eine Prüfung möglich ist vorzubereiten:

  • Beistellung geeigneter Bezugsgrößen, alternativ maßstäbliche Pläne und der EnEV-Berechnungen zur Ableitung der erforderlichen Bezugsgrößen.
  • Zu große natürlicher Windbewegungen und Thermik durch starke Beheizung stören den Versuchsaufbau deutlich und können eine Messung unmöglich machen. Die Witterung und Gebäudebeheizung muss daher bei der Terminfindung berücksichtigt werden um witterungsbedingte Prüfabbrüche zu vermeiden. Die Leckageortung ist hiervon meist nicht in dem Maße betroffen.
  • Das Gebäude muss sich in einem Zustand befinden, der einen Druckaufschlag durch übliche Windeinflüsse von bis zu 100 Pascal (0,1 mbar, bzw. einem Staudruck von 10kg/m²) ohne Schaden besteht. Nicht gesicherte Bauteile können ansonsten abreißen oder beschädigt werden. Fehlende und nicht gesicherte Bauteile stellen eine Abweichung von einer Zertifikatsprüfung dar, ein Prüfzertifikat kann dann nicht ausgestellt werden.
  • Sofern bereits Anlagentechnik vorhanden ist, ist diese auszuschalten und Zu- und Abluftöffnungen zu schließen oder abzudichten. Einen nennenswerten Abdichtaufwand stellen Fugenfalzlüfter in Fenstern, Ringspalte von Blenden von Pendellüftern zum Mauerwerk, Entrauchungs- und Brandschutzklappen sowie großflächige Abdichtungen dar. Zur Verringerung der Prüfkosten empfehlen wir diese Öffnungen vorab bauseitig abzudichten.
  • Üblicherweise werden Gebäude zur Bewertung der Hülle nach Möglichkeit „am Stück“ gemessen. Gebäude ohne gemeinsamen Luftverbund wie etwa per Laubengänge erschlossene Wohneinheiten oder Bürogebäude an unbeheizte Hallen können entweder Bereich für Bereich einzeln oder bei niedrigen Grenzwerten im Schutzzonenverfahren gemessen werden. Wir bieten hierzu spezielle Prüfaufbauten an. Im Rahmen von Sondermessungen können auch andersartige Messaufgaben gefordert werden:
    • Schall- und Rauchschutztest (Brandschottung)
    • Raumhygiene (Reinräume)
    • Prüfung von Räumen mit Inertisierungs-/Gaslöschanlagen (Serverräume, Kühlhäuser)
    • Dichtigkeitstest von Lüftungsanlagen (Duct-Test)
    • Prüfung der Dichtigkeitsklasse von Fensterelementen
    • Mehrgerätemessungen an großen oder verzweigten Gebäuden
  • Zum Aufbau unserer Prüftechnik benötigen wir eine Außentür mit glatter Laibung in der ein Spannrahmen befestigt werden kann. Besonders schmale oder hohe Öffnungsmaße müssen zur Terminfindung abgestimmt werden.
  • Bautätigkeiten im Gebäude können in Abstimmung weiter durchgeführt werden, solange Außenfenster und -türen verschlossen und Innentüren in dem zur Prüfung erforderlichen Zustand verbleiben und die Zugängigkeit der Räume nicht eingeschränkt wird. Insbesondere für Objekte mit intensiver Bautätigkeit oder für bereits bezogene Gebäuden bieten wir Sondertermine an.
  • Im Rahmen einer Gewerke- und Zertifikatsprüfung ist eine direkte Behebung vorgefundener Leckagen durch die jeweiligen Fachunternehmen sinnvoll, da durch den vorhandenen Prüfdruck gleich eine Nachprüfung erfolgen kann.
  • Bei Raumhöhen größer 3 Meter bitten wir standsichere Steighilfen nach den örtlichen Gegebenheiten beizustellen. Sofern dies nicht möglich ist, teilen Sie uns bitte rechtzeitig nicht erreichbare Stellen mit, ggf. können dann von uns ergänzende Prüfmittel eingesetzt werden.
  • Stromversorgung (230 V/5A je Messsatz) ist für den Messzeitraum unmittelbar am oder im Gebäude bauseitig beizustellen. Spannungsschwankungen z.B. durch Bauaktivitäten stören die Ausregelung der Druckerhaltung speziell im eigentlichen Prüfdurchlauf.
  • Besondere Sicherheits- oder Zugangsregelungen bitten wir vorab mitzuteilen.

Was kostet eine Blower-Doorprüfung?

Die Kosten für eine Blower-Doormessung richten sich nach Zeitaufwand für Gebäudepräparation und Leckortung sowie dem erforderlichen Personal- und Technikaufwand. Für kleinere Gebäude bieten wir kostengünstige modulare Fallpauschalen an. Für größere Gebäude erstellen wir Ihnen gerne ein indiviuelles Angebot nach Planstand oder einer gemeinsamen Vorbegehung. Im Rahmen einer KfW-geförderten Errichtung oder Sanierung  sind unsere Dienstleistungen als energetischen Baubegleitung im Programm 431 förderfähig.

Senden Sie uns einfach Ihre Anfrage! Wir erstellen Ihnen kurzfristig ein passgenaues Angebot zu Ihrem Objekt.

Wie lange muss ich vorbestellen?

Im Prinzip kann es sofort los gehen. Aber wir richten wir uns gerne nach Ihrem Bauzeitenplan, weil uns eine gewisse Vorlaufzeit eine vernünftige Planung erlaubt. Von daher wären wir für eine frühzeitige Einbindung in Ihr Baugeschehen dankbar. Natürlich kommt es am Bau immer irgendwie zu Verzögerungen und Planänderungen. Von daher halten wir Wunschtermine zunächst in Schwebe und terminieren unsere Touren in unsere weitläufigen Einzugsgebiete Donnerstags für die Folgewoche fest zu kostengünstigen Messtouren aus.

Für größere Gebäude an denen an Werktagen noch aktiv Bautätigkeiten durchgeführt werden oder für bereits bezogene Objekte vereinbaren wir auf Wunsch Abend- oder Wochenendtermine. Da diese Sondertermine häufig genutzt werden, beträgt die Vorlaufzeit einige Wochen.

Frühbucher und Schnellzahler erhalten bei uns einen Nachlass. So sparen Sie im Rahmen von besser planbaren Touren Fahrtkosten und  zusätzlich Prüfkosten.

Wenn’s doch mal zeitlich eng wird: Wir führen nicht nur Blower-Doorprüfungen aus und haben daher meist noch Pufferzeiten aus anderen Projekten verfügbar. Somit finden sich meist auch für kurzfristige Blower-Doorprüfungen noch Terminmöglichkeiten.

Warum Blower-Door vom EFFIZIENZR?

  • zertifizierter Prüfer mit Prüferfahrung seit 2004 an mehreren tausend Gebäuden aller Art
  • professionelle Messtechnik für einzelner Räume bis hin zu XL-Bauvorhaben mit 100.000 m³ (Grenzwertabhängig)
  • Blower-Door hilft bei der Erkennung und Vermeidung von Bauschäden
    • Neutrale, qualifizierte und zertifizierte Dienstleistungserbringung mit ständiger Weiterbildungsverpflichtung
  • Zugelassener Energieeffizienz-Experte für Förderprogramme des Bundes zur Beantragung und Begleitung von Fördermaßnahmen bei BAFA, KfW, WK-Bank u.v.m.
  • Da Immobilien meist immobil sind, kommen wir zu Ihnen. Wir sind überregional aus unseren Büros in NRW, Hessen, Niedersachsen und angrenzend tätig und bieten günstige Nebenkosten im Rahmen unserer Messtouren.
  • Kompetente Beratung und Planung, kurze Reaktionszeiten und preiswerte Honorargebühren sind bei uns selbstverständlich.

Wir sind Mitglied im

zugelassener Energieeffizienz-Experte für Förderprogramme des Bundes

Europäische Vereinigung der praxisorientierten Fachkräfte mit höherer Bildung ( EurEta )

GIH Gebäudeenergieberater im Handwerk e.V.(GIH e.V.)

BAFA-zugelassener Energieeffizienz-Berater für klein- und mittelständische Unternehmen

DEN e.V.

Fachverband für Luftdichtheit im Bauwesen

Häufige Fragen (FAQ)

Matthias Leber – EFFIZIENZR

Firmensitz:
Jahnstraße 2
33102 Paderborn
Tel.: 0 52 51 / 14 22 459

Gemeinschaftsbüro Nordhessen:
Heinrich-Hertz-Straße 11
34123 Kassel
Tel.: 0 56 1 / 47 39 54  61

E-Mail: anfrage [at] effizienzr.de

Termine nach Vereinbarung.

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